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Tierberuf: Hundefriseur

Wie bereits bei Instagram angekündigt wollen wir zukünftig verschiedene Interviews mit Menschen führen, die einen Tierberuf ausüben. Es haben sich bereits zahlreiche liebe Interviewpartner gefunden.

Unsere erste Gesprächspartnerin ist die liebe Marleen von Feiner Fiffi.

Marleen und ihr Hunde: Bella, Honey und Dino

Liebe Marleen, stell dich doch bitte erstmal kurz vor.

Mein Name ist Marleen Schaks, ich bin 25 Jahre alt und gebürtige Rheinländerin. Seit etwas über 2 Jahren lebe ich mit meinem Mann und unseren drei Hunden im Siegerland.

 

Du bist als Hundefriseurin tätig, warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?

Ich war schon immer ein sehr selbstständiger Mensch, mit einem kleinen Freiheitdrang. Diesen wollte ich auch beruflich gerne ausleben. Bereits seit dem ich zur Schule ging habe ich meiner Tante in Ihrem Hundesalon regelmäßig ausgeholfen. Nach meinem Abschluss als Bürokauffrau stand dem ganzen nichts mehr im Weg. Da ich eine äußerst tierliebe Familie habe und selber sehr Hundeaffin bin, bin ich sozusagen in den Beruf reingewachsen.

 

Was sind denn deine Hauptaufgaben als Hundefriseur?

Den Hund nach den Anforderungen der Kunden zu pflegen. Diese können über das einfache „Pfötchen und Gesicht frei schneiden“ bis hin zur kompletten Pflege mit baden, föhnen, schneiden gehen.

Barnie sieht nach dem Besuch im Salon wieder schick aus. 

 Das klingt nach einer haarigen Angelegenheit. Wo hast du dich zum Hundefriseur ausbilden lassen? Musstest du die Ausbildung selber finanzieren?

Da ich mit diesem Beruf aufgewachsen bin habe ich mir meine Fähigkeiten mit dem Alter angeeignet. Das Lernen wurde immer intensiver als ich neben meiner Schule mein Taschengeld regelmäßig im Salon aufgestockt habe. Meine Tante hat 15 Jahre lang Hundefriseure ausgebildet. Die Ausbildung blieb in meinem Fall unentgeltlich, jedoch habe ich meine Materialien Anfangs selber gezahlt.

 

Da hast du dein Handwerk also direkt vom Profi gelernt. Worauf muss man deiner Meinung nach bei einer Ausbildung zum Hundefriseur achten?

Super wichtig sind die Praxisstunden. Ein Wochenendseminar reicht dafür nicht aus. Wir sprechen bei dem Beruf über eine handwerkliche Tätigkeit, die kann man nicht innerhalb weniger Stunden erlernen. Prinzipiell kann dich jeder Hundefriseur ausbilden. Doch nicht jeder wird ein guter Ausbilder sein. Ob man dafür dann mehrere tausende Euro ausgeben möchte ist fraglich.

Ich würde mich im Internet über die bekanntesten Ausbilder informieren. Für eine gute Ausbildung muss man auch etwas weiter fahren. In der Regel geht eine Ausbildung Minimum 1-2 Monat.

 

Richtig, so ein Handwerk lernt man nicht von heute auf morgen. Du betreibst mittlerweile deinen eigenen Salon. Hattest du große Bedenken bevor du den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt  hast?

Der erste Gedanke zu dem Thema kam mit ca. 16 Jahren. Noch viel zu jung und unerfahren entschied ich mich erst einmal eine abgesicherte Berufsausbildung zu machen. Mit 20 Jahren entschloss ich dann meinen sicheren Job aufzugeben und mich im Bereich der Hundepflege selbständig zu machen.

 

Hier lesen sicherlich auch einige Berufsinteressierte mit. Ist der Start in die Selbständigkeit finanziell schwer? Mit was muss man rechnen wenn man einen eigenen Salon eröffnen möchte?

Im ersten Schritt muss man sich über seine Lage informieren. Es gibt viele Angebote für Gründer. Zum Beispiel ein Gründerdarlehen von seiner Hausbank oder man fragt einen Gründerzuschuss bei seinem Arbeitsamt an. Ein guter Businessplan und realistische Vorstellungen helfen einem das ganze klar zu betrachten.

Wenn man einen eigenen Salon eröffnen möchte, sollte man sich überlegen was man überhaupt will. Will ich Kleingewerbe anmelden, meine Garage umbauen und nebenher ein paar Hunde schneiden?

Oder möchte ich mir ein Ladenlokal mieten und ein professionelles Geschäft eröffnen. (Das soll keine Wertung für die Dienstleistung an sich sein). Auch hier muss man realistisch bleiben und sich fragen was ist möglich. Wenn man vor hat damit seinen kompletten Lebensunterhalt zu verdienen kann man denke ich mit anfänglichen Kosten ab. 10.000 Euro rechnen.

 Wie bei allen anderen Selbstständigkeiten sollte man sich also im Vorfeld gut informieren und die eigenen Vorstellungen realistisch betrachten. Was liebst du denn besonders an deinem Beruf?

Ich liebe es wenn ich eine optimale Pflege für das Tier erzielen kann. Wenn ich merke nach dem Besuch bei uns fühlt sich der Hund wohl in seiner Haut und ist gesund.

 

Das ist bestimmt ein schönes Gefühl. Sicherlich gibt es aber auch Schattenseite bei deinem Job? Beziehungsweise gibt es Dinge daran, die manchmal nerven?

Ich denke das „Hauptproblem“ an unserem Job, gerade für Interessenten ist, dass er oft in einem falschen Licht gesehen wird.

 Man hat leider zum Großteil nicht die Zeit mit den Hunden zu kuscheln und zu spielen. Die Dienstleistung umfasst auch das Betreuen der Menschlichen Kunden, welches in den meisten Fällen komplizierter sein kann, als die Pflege an sich. Für die Dienstleistung muss man einfach geschaffen sein, genauso wie für eine Selbstständigkeit. Es ist ein absolut körperlicher Job.

 Wirklich nerven tun mich Dinge wie „nicht abgesagte Termine“, „Diskussionen über eine Ausfallgebühr“, „Verschweigen von Verhaltensauffälligkeiten der Hunde“ und Kunden die die Dienstleistung an sich nicht würdigen.

 

Oh je, kann ich verstehen, dass dich das nervt. Wurdest du eigentlich schon mal beschmunzelt, als du von deinem Beruf berichtet hast?

Natürlich gibt es Menschen die den Beruf eher als Witz ansehen. Das sind jedoch meistens Menschen die selten über ihren Tellerrand hinaus blicken oder sich für etwas Besseres halten.

 

Absolut, ich bin sehr froh, dass es Menschen wie dich gibt. Unsere Hunde werden auch regelmäßig vom Profi frisiert. Welchen Haltern würdest du besonders empfehlen die Leistungen des Hundefriseurs in Anspruch zu nehmen? Gibt es Dinge auf die man bei der Auswahl des Friseurs achten sollte?

In der heutigen Zeit und in unserer Gesellschaft leben wir immer näher mit unserem Tier zusammen. Die Pflege kann ich prinzipiell jedem ans Herz legen der seinem Tier und sich selber etwas Gutes tun möchte. Weniger aus dem Grund der Optik sondern mehr aus Hygienegründen.

Ich persönlich würde mir bei der Auswahl eines Hundefriseurs anschauen wie er arbeitet. Also wie geht er mit meinem Hund um, kann er individuell auf ihn eingehen und wie ist das Endergebnis nach Berücksichtigung der Grundbedingen (ist mein Hund lieb, ist das Fell gesund, ist mein Hund gesund etc.) Es spricht meiner Meinung nach in den meisten Fällen nichts dagegen beim ersten Termin dabei zu bleiben.

 

Hast du Tipps für die Fellpflege zu Hause? Worauf sollte man besonders achten?

Ich kann immer wieder betonen wie schön und vor allem wie gesund es ist seinen Hund regelmäßig zu pflegen. Da zählt nicht nur das durchbürsten dazu, sondern auch eine Wäsche.

Mit einem guten Hundeshampoo kann der Hundehaut nur eines passieren, sie wird gepflegt. Die Krallen sollten zumindest immer kontrolliert werden, genauso wie die Augen und Ohrenpartien. Man kann seinen Hund durch keine oder zu wenig Pflege auch krank machen.

 

Liebe Marleen, vielen Dank für das nette Interview mit dir. Es hat uns sehr gefreut, dass du dir die Zeit für uns genommen hast.

 

Wenn ihr mehr über Marleen erfahren wollt, dann schaut doch mal auf ihrer Homepage vorbei. Sie ist übrigens auch als Hundetrainerin tätig und fertigt schicke Leine und Halsbänder an.

Wir hoffen euch hat unser erstes Interview gefallen. Hinterlasst uns doch gerne einen Kommentar. 

 

 

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