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Barf in der Praxis - Berechnung

 

Die Theorie haben wir nun hinter uns gebracht, jetzt geht es an die Praxis. Zunächst starten wir mit der Futterplanberechnung. Hier möchten wir direkt die erste Frage klären: "Kann ich selbst den Plan berechnen und erstellen?".

Jein. Es ist definitiv möglich einen eigenen Plan zu erstellen, WENN man sich ausreichend informiert. Hierfür können wir für Hundebesitzer das Barf Buch von Nadine Wolf empfehlen und ihren Blog. Für Katzenbesitzer ist das Buch "einfach barf - Leitfaden für natürliche Katzenernährung" von Doreen Fiedler geeignet. Ansonsten geben wir euch auch in den folgenden Beiträgen ein paar Infos zur Hand.

Bei erkrankten Tieren ist jedoch vorsichtig geboten. Hier gibt es einige Stolperfallen und Besonderheiten, die unbedingt zu beachten sind. Da diese Besonderheiten sehr vielschichtig sind, werden wir bei unserer beispielhaften Futterplanberechnung von gesunden und ausgewachsenen Tieren ausgehen. Für die Welpen/Kitten und Jungtiere gibt es später nochmal einen kleinen Exkurs.

 

Wir möchten euch nun Milow und Bailey vorstellen. Milow ist ein 5-jähriger Aussie und Bailey ist ein 3-jähriger Kater. Beide sind kastriert, leben hauptsächlich drinnen und sollen zukünftig gebarft werden. Starten werden wir mit der Futterplanberechnung für Milow. 

Tägliche Gesamtfuttermenge:

 

Zunächst müssen wir berechnen wie viel Futter Milow am Tag bekommen soll. Hierfür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Wir berechnen die Menge prozentual vom Körpergewicht, Milow wiegt 18 kg. Grundsätzlich beträgt die tägliche Futtermenge 2-3% vom Körpergewicht. Je nach Rasse, Hormonstatus und Aktivität kann dieser Wert abweichen. Hier ist es manchmal auch notwendig nochmal nach zu justieren, wenn man merkt der Hund nimmt zu viel ab oder zu viel zu. Milow ist normal aktiv (1-3 h Bewegung am Tag) und kastriert. Wir gehen deshalb von 2% aus.

 Tägliche Futtermenge: 2% * 18kg = 360 g

 Wir erinnern uns zurück, dass Barf nach dem Beutetierprinzip aufgebaut ist. Wir basteln jetzt das Beutetier zusammen. Zunächst teilen wir die Ration in 2 Teile, den tierischen Anteil und den pflanzlichen Anteil.

Beim Barf nach Swanie wird 80% tierisch und 20% pflanzlich gefüttert. 

Berechnung tierischen Anteil: 

360g * 80% = 295 g 

Diese 295g müssen wir jetzt auf die tierischen Komponenten (Muskelfleisch, rohe fleischige Knochen, Pansen und Innereien) verteilen. Die Aufteilung seht ihr in der Tabelle: 

Komponente

Prozentsatz

Berechnung

Tägliche Menge

Muskelfleisch

50%

295g *  50%

= 145 g

RFK (gemischt)

15%

295g * 15%

= 45 g

Pansen/Blättermägen

20%

295g * 20%

= 60 g

Innereien

15%

295g *15%

= 45 g

davon mindestens 15 g Leber

 Anmerkung: Die berechneten Werte haben wir leicht auf bzw. abgerundet. Rundungen sind immer möglich. Nur bei kleinen Hunden sollte nicht zu stark gerundet werden.

 

Wenn ihr keine Pansen und Blättermägen füttern wollt, dann könnt ihr den berechneten Anteil einfach durch Muskelfleisch ersetzen. Möchtet ihr zum Beispiel Milchprodukte füttern dann, zieht ihr 5% vom Muskelfleischanteil ab und ersetzt diesen durch Milchprodukte. Bei den Innereien sollte mindestens 1/3, also 15 g aus Leber bestehen. Die restlichen 30 g können entweder gleichmäßig auf die anderen 4 Innereien verteilt werde oder ihr füttert zum Beispiel 10 g Lunge, 10 g Niere und 10 g Milz. Oder 15 g Herz und 15 g Milz. Das ist euch überlassen. Hier gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Mit der Zeit findet jeder seine Lösung.

 

Berechnung pflanzlicher Anteil:

360g * 20% = 75 g

 Jetzt wird das Obst und Gemüse noch verteilt. Hier sollte der Gemüseanteil immer überwiegen

 

Komponente

Prozentsatz

Berechnung

Tägliche Menge

Gemüse

75%

75% * 75 g

= 55 g

Obst

25%

25% * 75 g

= 20 g

 

Berechnung Zusätze:

Zum Schluss fehlen noch die Zusätze. Milow hält sich vorwiegenden drinnen auf, isst aber gerne Fisch und soll diesen auch 1-mal die Woche bekommen. Das gefütterte Fleisch kommt zum Teil aus der Massentierhaltung. Aus diesem Grund müssen Meeresalgen und Fischöl ergänzt werden. 

Beim Öl kommt auf 100g Futter 1 ml Öl. Bedeutet auf 360g Futter kommen 3,6 ml Öl täglich. Hier kann gerne großzügig auf 4 ml täglich gerundet werden.

Bei der Meeresalge ist der Anteil abhängig vom Jodgehalt der Alge. Dieser muss vom Hersteller angegeben werden. Hilfe bietet hier wieder dieser Rechner. Unsere Alge hat einen Jodgehalt von 0,05 %. Bei Milow wären das dann 0,52g täglich bzw. 3,6g wöchentlich.

 

So das war's "schon", jetzt steht das Grundgerüst für den Barf-Plan und wir wissen, was Milow grundsätzlich am Tag fressen muss. Nun müssen wir das Beutetier zusammenbauen. Wie man dabei vorgehen kann erklären wir  im nächsten Beitrag.

 

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